Aufbau der Kurse

Die Kurse sind alters- und adressatengerecht gestaltet. Den teilnehmenden Kindern wird über einfache situationsbezogene Übungen der Umgang mit den unterschiedlichen Situationen gelehrt. Die Übungsstunden bauen auf einander auf, d.h. vom Einfachen zum Schweren, vom Bekannten zum Unbekannten. Die Kinder werden in die Gestaltung der Unterrichtsstunden mit einbezogen und können Ihre Erfahrungen mit in den Kurs einbringen. Eigene Erlebnisse werden besprochen und nachgestellt, gemeinsam Lösungen und Handlungsalternativen gesucht.
Krav Maga und Ju-Jutsu heißt nicht nur Selbstverteidigung, sondern auch Selbstbehauptung und Selbstvertrauen. Soziale Komponenten, wie der Umgang mit Anderen, Rücksicht oder Helfen sind wichtige Elemente, die generell im Krav Maga- und Ju-Jutsu-Training und in den Kursen angesprochen und vermittelt werden.

Realitäts-Check:
Die Kinder durchlaufen gegen Ende des Kurses einen Gefahrenparcours, der ihrem jeweiligen Alters- und Wissensstand entspricht. Dabei setzen wir geschulte Dummies ein, die sie ansprechen und überreden wollen. Die Kinder dürfen sich dabei nicht nur, sondern sie sollen sich ausdrücklich mit allen erlernten Techniken und Methoden wehren. Das Verhalten der Kinder wird auf Video digital aufgezeichnet. Nicht nur "der Fremdtäter" wird in den Schulungen berücksichtigt, sondern auch das nahe Umfeld, in dem laut Statistik die meisten Übergriffe passieren und auch Missbrauch stattfindet.
Gegebenenfalls üben wir mit den Kindern auch Outdoor und stellen Situationen auf der Straße nach. Alle Situationen und das Verhalten werden mit den Kindern dann auch nochmals einzeln besprochen.
Am letzten Schulungstag werden grundsätzlich die Eltern eingeladen und mit einbezogen. Hier sollen die Eltern zeigen, dass Ihnen wichtig ist, was die Kinder gelernt haben und lernen die Kinder zu unterstützen und zu ermutigen. Der Kreis Eltern - Kind - Lehrer/Betreuer - Trainer - Kind - Eltern schließt sich. Gewaltprävention betrifft nicht nur die Kinder, sondern auch die Eltern! Am Ende des Kurses erhalten alle Teilnehmer eine Urkunde.

Kinder lernen in unseren Kursen:
- dass sie ein Recht auf die Unversehrtheit ihres Körpers haben
- dass niemand sie belästigen, bedrohen, erpressen und berühren darf, wenn sie es nicht wollen
- eigene Gefühle wahrzunehmen, ihnen zu trauen und sie deutlich zu äußern
- ihre Aufmerksamkeit gegenüber ihrer Umwelt zu steigern und diese bewusster wahrzunehmen
- auch die Gefühle anderer wahrzunehmen und ernst zu nehmen
- zwischen angenehmen und unangenehmen Berührungen zu unterscheiden und darauf zu reagieren
- dass sie ein Recht haben Grenzen zu setzen und "Nein" zu sagen
- zu erkennen, dass schöne und bedrückende Geheimnisse angenehme bzw. unangenehme Gefühle auslösen
- dass sie die schlechten Geheimnisse kaputt machen können, indem sie darüber reden
- bewusst zu erkennen, dass sie über solche Geheimnisse sprechen dürfen, bei denen sie ungute Gefühle haben
- sich Hilfe zu holen
- Möglichkeiten zu finden, wie sie ihre Ängste überwinden oder mit ihnen umgehen können
- auf ihre Ängste zu hören und sie als ein wichtiges Signal wahrzunehmen
- dass man manchmal mehrere Personen ansprechen muss, bis man tatsächlich Hilfe bekommt




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