Warum solche Kurse ?

Warum solche Kurse ?

Gerade Kinder benötigen aufgrund der speziellen Bedrohung und Erpressungssituation an Schulen ein besonderes Trainingsprogramm, das ihrem körperlichen und geistigen Entwicklungsgrad entspricht. Gefahren für Kinder sind Sexualdelikte, körperliche Gewalt von Erwachsenen innerhalb und außerhalb der Familie sowie psychische Gewalt von Jugendlichen und Klassenkameraden ( Beleidigungen und Beschimpfungen ). Das Sicherheitstraining wird den Kindern spielerisch vermittelt, wichtig ist dabei dass man ihnen nicht unnötig Angst macht. Mit verschiedenen Rollenspielen, Stimme und Körpersprache wird gelernt Gefahren zu erkennen und zu vermeiden. Schwerpunkt ist hier den Kindern zu vermitteln, das es verschiedene Verhaltensstrategien gibt, deren Einsatz davor bewahren soll, gar nicht erst in eine bedrohliche Situation zu kommen. Die Selbstverteidigungstechniken werden lediglich dazu benötigt, um in möglichst vielen Situationen den Mut aufzubringen, bewusst und aktiv für sich selbst einzustehen.

Jeder kennt den Ausspruch:" Das geborene Opfer !" In ihrem Kern enthält diese Aussage eine nicht zu leugnende Tatsache, denn Personen die immer wieder in eine Opferrolle geraten, sind oft auf Grund ihrer persönlichen Entwicklung, zu Opfern gemacht worden. Ein Opfer wird immer dann ein Opfer bleiben, wenn es nicht lernt, Verantwortung für sein eigenes Leben zu übernehmen. Der einzige Weg, von der Opferrolle loszukommen, ist die autonome Entscheidung, bewusst und aktiv die persönliche Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen. Die Überwindung von Gefahrensituationen bedeutet immer, gegen die eigene Angst anzukämpfen und aktiv sein Denken und Handeln auf die Auseinandersetzung mit anderen auszurichten. Dies erfordert, dass man sich bestimmte Verhaltensweisen aneignet, mit denen man sich bei anderen Respekt verschafft, aber auch seine Verletzlichkeit abbaut und zugleich Selbstbewusstsein aufbaut. Bei ängstlichen oder negativen Gefühlen, muss man die Gedankengänge ändern.

Der innere Dialog, kann das innere Selbstwertgefühl untergraben, deshalb sollte man diesen Dialog so führen, das er von bewusst positiven Affirmativen gesteuert wird. Das Recht "Nein" zu sagen und seine eigenen Entscheidungen zu treffen. Ein wichtiger Punkt ist, negative Aussagen wie »Ich fühle mich hilflos« zu vermeiden und durch positive zu ersetzen: »Ich erreiche was ich will.« Denn negative Aussagen neigen dazu die negative Haltung zu verstärken. Denn die Signale die unser Körper aussendet, sprechen oft eine deutlichere Sprache als viele Worte. Wenn unser Verhalten und unsere non-verbalen Botschaften nicht mit den Worten übereinstimmen, führt das zwangsläufig zu Missverständnissen. Aber um das zu vermeiden, muss das Denken und Handeln in Einklang gebracht werden mit den Botschaften, die unser Körper aussendet. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass wir weit mehr Informationen durch körperliche Dinge wie Gesichtsausdruck, Haltung, Bewegung und Gestik mitteilen als durch die Sprache. Oft ist uns gar nicht bewusst, wie viele Informationen wir der Körpersprache eines anderen entnehmen, und dazu gehört das Erscheinungsbild und auch das Benehmen. Die richtige innerliche Einstellung ist in der Selbstverteidigung äußerst wichtig. Man muss lernen, ein starkes Selbstvertrauen zu entwickeln, die Körpersprache eines potentiellen Angreifers zu entschlüsseln, und sich dazu zwingen, die Angst zu überwinden. Um in der Selbstverteidigung erfolgreich zu sein, braucht man Selbstvertrauen und muss Selbstachtung haben. Selbstvertrauen, der Glaube an sich selbst und Selbstachtung, spielen eine starke Rolle. Um kein Opfer zu werden, muss man die Verhaltensweisen ändern.

Die Untersuchungen der Polizei belegen, dass Gegenwehr die meisten Täter in die Flucht schlägt. Gezielte Gegenwehr ist so erfolgreich, weil Schwächere, die sich wehren, gleichgültig ob verbal oder durch Tritte und Schläge, sich der zugedachten Opferrolle entziehen. 70% aller Täter sexueller Übergriffe haben das primäre Ziel, Macht zu demonstrieren und Macht auszuüben. Opfer dieser Übergriffe sind die vermeintlich Schwächeren, Kinder, Mädchen und Frauen. Die Untersuchungen bestätigen, dass es keine Patentrezepte gibt, aber in den 86% aller Fälle, in denen es zu einem Abbruch der Straftat kam, haben sie Gegenwehr geleistet. Die Gegenwehr ist um so erfolgreicher, je früher sie erfolgen kann, durch eine selbstbewusste Haltung, den entschlossenen Blick in den Augen, indem sie ihre Stimme massiv einsetzen durch Schreien und Brüllen, Reden und Argumentieren. Um dem Teufelkreis aus Passivität und Opferrolle zu entfliehen, sollen sie eine entschiedene Haltung angesichts einer möglichen Bedrohung ein nehmen. Die Flucht nach vorn, aus der Opferrolle heraus, um dadurch dem Täter die Antriebswelle zu entziehen und ihn an seinem Schwachpunkt, der eigenen Minderwertigkeit anzugehen, ist das eigentliche Ziel. Die Fähigkeit zur Gegenwehr hängt nicht zuletzt von der Entschlossenheit zur Selbstbehauptung ab, einer inneren Einstellung. Das Ziel unseres Trainings ist es, gerade Kinder darin zu stärken ihre Gefühle und Bedürfnisse wahr- und ernst zu nehmen. Aber sie auch zu ermutigen, selbstbestimmt ihre Gefühle und Bedürfnisse zu äußern. Dieses ist die Voraussetzung dafür, das sie sich selbst und die Situation in der sie sich befinden besser einschätzen können und so spezifisch besser handeln , falls die Situation bedrohlich oder unangenehm wird. In unseren Kursen lernen die Kinder, das es verschiedene Handlungsweisen und Taktiken gibt, die man in allen Lebenslagen einsetzen kann. Wenn Sie in eine schwierige Lage kommen, können sie sich verschiedene Baukasten - Elemente heraus suchen, die sie benötigen. Es ist dann ganz unwichtig, ob die Situation im Kurs schon vorher geübt wurde oder nicht.

Forschungsergebnisse:
-
Nur jede 10. bis 20. Tat wird zur Anzeige gebracht (hohe Dunkelziffer!)
- 20 - 40% der angezeigten Fälle führen zur Verurteilung
- 71% der Delikte sind geplant
- 70% der Täter kennen ihre Opfer
- Über 50% der Delikte erfolgen in Wohnungen oder geschlossenen Räumen


(C) 2011 - Alle Rechte vorbehalten

Diese Seite drucken